03 Dez

Verheerender Pilzbefall bei Bananen

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Bildnachweis: JoJan, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org

Die Banane, wie wir sie kennen, ist in Gefahr. Seit 1990 breitete sich aus Südostasien ein Pilz aus, gegen den die Wissenschaft kein Mittel findet. „Fusarium oxysporum TR4“ kommt aus dem Boden, setzt sich in den Leitungsbahnen der Bananenstauden fest, wächst und stranguliert die Pflanze, schneidet ihr den Wasser- und Nährstoffnachschub ab

Der Pilz war auch in Ostafrika und am Mittelmeer schon aufgetreten. Eine Frage der Zeit nur war es, bis er auch die Hauptanbaugebiete in Mittelamerika erreichen würde. Jetzt ist er da. Kolumbien hat 170 Hektar gerodet, Sperrbezirke eingerichtet und den nationalen Notstand ausgerufen. Die Zeit rennt jetzt. Denn die wichtigsten Anbauländer liegen dicht an dicht: Ecuador, Costa Rica, Kolumbien, Honduras, Panama, Guatemala.

Die Seuche ist nur so gefährlich, weil eine einzige Sorte mit mehr als 95 Prozent den globalen Bananenhandel dominiert. Ihr Name ist „Cavendish“. Und mehr noch: Diese Sorte hat keinen Samen. Gerade das macht sie so reizvoll. Samenlose Sorten werden durch Stecklinge vermehrt. Die einzelnen Pflanzen sind Klone. Sie besitzen ein sehr einheitliches Erbgut und es besteht keine Hoffnung, dass irgendwo noch eine genetische Abwehr versteckt sein könnte. Auf regionalen Märkten in den Erzeugerländern gibt es zwar alternative Sorten wie rote Bananen, Ladyfinger und diverse Zwerg-, Wild- oder Babybananen. Sie alle haben aber nicht das Potenzial für billige Früchte in großen Mengen. Genau das hat den Erfolg der „Cavendish“ ausgemacht. Zu Lasten der Umwelt und der Vielfalt.

Forscher wie Andreas Bürkert, Leiter des Fachgebiets ökologischer Pflanzenbau und Agrarsystemforschung an der Universität Kassel, warnen davor, im Bananenanbau alles auf eine Sorte zu setzen. Er fordert mehr Vielfalt in den Anbaugebieten als beste Versicherung gegen Krankheiten.

(zusammengekürzt nach Werner Eckert, SWR; hier gehts zur vollständigen Version: https://www.tagesschau.de/ausland/bananen-kolumbien-105.html)

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